Für manche Menschen sind sie eine ganz normale Sitzgelegenheit im Freien, beispielsweise bei einer Wanderung, bei einem Spaziergang, oder einfach nur zum Entspannen. Für andere Menschen können sie einen Weg aus der Isolation und eine Hebung des Selbstwertgefühls bedeuten.

 

Die Rede ist von den Zeitbankerln. Gekennzeichnet mit einem weißen Kreis, in dessen Mitte ein grünes „Zorro“-Z abgebildet ist, oder manchmal auch andersweitig gekennzeichnet sind, bieten die Zeitbankerln vor allem älteren Menschen die Möglichkeit, alltägliche Wege alleine zu bewältigen.

Oftmals ist es die Strecke zum Arzt, zum Supermarkt, oder auch in die Kirche die für viele ältere oder auch kranke Menschen, ohne Pausen kaum mehr zurückzulegen sind. Die Folge: Angehörige erledigen diese Aufgaben mit dem Auto für sie. Oder sie werden ganz unterlassen. Dadurch verlieren ältere Menschen aber nicht nur ihre Selbstständigkeit. Noch schlimmer ist: sie fühlen sich isoliert von ihrer Umwelt, weil sie immer mehr „daheim“ bleiben. Und das heisst dann oft: allein bleiben.

Und woher kommen die Bankerl? In erster Linie stellen private Grundbesitzer den Platz und eventuell auch die Bank zur Verfügung und sorgen im Winter dafür, dass die Bank in einer Garage eingestellt wird. Das Bankerl an sich, bleibt  immer im Besitz des Spenders.

Wenn keine Hausbank vorhanden ist, wird eine neue angeschafft. Diese Bankerl werden dann mit dem Z-Logo versehen.  Finanziert werden sie entweder über den Verein oder durch Sponsoren, die ihre Fimenlogos anbringen können.

Wenn man ein Zeitbankerl in seiner Nähe braucht, dann meldet man es einfach dem Zeitbankverein, dieser hat vielleicht ein bereits gespendetes Bankerl frei, oder sucht dazu einen Spender.

Aber nicht nur ältere Menschen sind eingeladen auf den Zeitbankerl Platz zu nehmen, alle die daran vorbei kommen, eine Pause oder Auszeit brauchen, können diese Sitzgelegenheit nutzen.


Enstanden ist diese Idee in der Zeitbank Lengau, dort stehen bereits über 80 Zeitbankerln.


Eine einfache, kostengünstige und sehr wirkungsvolle Idee. Vorwiegend findet man die Zeitbankerln in Zeitbank für Alt und Jung Gemeinden doch immer öfters auch anderswo. Den Z-Aufkleber kann man sich von der Zeitbank Lengau schicken lassen.


Im Oktober 2016 ist die Publikation Altersfreundliche Lebensräume der Oö. Zukunftsakademie erschienen. Die Zeitbankerln wurden darin als gutes Projektbeispiel genannt.


Im März 2014 erscheint das Handbuch Mobilität im Alter, ein Handbuch für PlanerInnen, EntscheidungsträgerInnen und InteressensvertrerInnen. Es wurde vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie herausgegeben. Auch hier wird wird das Zeitbankerl als nachahmenswertes Projektbeispiel angeführt.



Die Firma  CEDOS beschäftigt sich mit dem Thema Barrierefreiheit und hat in ihrem Jänner 2011 Newsletter auf die Zeitbankerln der Gemeinde Lengau als ein beispielhaftes Projekt hingewiesen. 


CEDOS_Newsletter__Jaenner_2011.pdf 287.3KB


2013 wurde das Projekt als "Good practices" in die Homepage von

EUROPEAN OBSERVATORY CITIES AND TOWNS FOR ALL (EUROPÄISCHE BEOBACHTUNGSSTELLE FÜR STÄDTE UND GEMEINDEN FÜR ALLE) aufgenommen.




Gut, dass in den Vereinen viele handwerklich begabte Mitglieder ihre Hilfe anbieten. So findet sich immer jemand der die Bankerl zusammenbaut oder ihnen wieder einen neuen Anstrich verleiht. Schrauben müssen manchmal ersetzt werden oder gar ein ramponiertes Bankerl wieder fit gemacht. Ein herzliches Dankeschön an alle Helferinnen und Helfer.